Wer viel fordert, soll auch helfen

Wer viel fordert, soll auch helfen

Umfrage: Arbeitnehmer sehen den Chef im Falle einer Überforderung in der Pflicht
two men talking

77 Prozent der Arbeitnehmer erwarten vom Chef, dass er sie bei psychischen Problemen im Zusammenhang mit dem Job unterstützt.
Foto: djd/Allianz Deutschland AG/thx

(djd). Arbeiten in Deutschland bedeutet für viele vor allem eines: Stress. So hatten bereits fast drei Viertel der Arbeitnehmer das Gefühl, im Arbeitsalltag größerer psychischer Belastung ausgesetzt zu sein, als gut für ihre Gesundheit ist. Und beinahe jeder Zweite befürchtet sogar, deshalb in einen Burn-out zu geraten. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen, repräsentativen Ipsos-Umfrage im Auftrag der Allianz zur psychischen Belastung der Deutschen am Arbeitsplatz. Ein sehr interessantes Ergebnis der Studie: Die meisten deutschen Arbeitnehmer sehen bei psychischer Überforderung das Verursacherprinzip. 77 Prozent erwarten vom Arbeitgeber, dass er sie bei psychischen Problemen im Zusammenhang mit dem Job unterstützt. Ganz nach dem Motto: Wer viel fordert, soll bei Überforderung auch helfen.

Mitarbeiter sind größeren Belastungen ausgesetzt als früher

„Arbeitgeber müssen sich darüber im Klaren sein, dass die Mitarbeiter heute stärkeren psychischen Belastungen ausgesetzt sind als noch vor 20 Jahren. Die Unsicherheiten sind größer – im Job wie im Privatleben“, erklärt auch Ärztin und Psychotherapeutin Dr. med. Nilufar Heydari. Wer dies als Chef im Hinterkopf habe, trage schon viel zur Gesundheit im Betrieb bei. Dabei könne er zwar nicht den Einzelfall lösen, aber den Mitarbeitern Hilfsangebote machen.

In der betrieblichen Krankenversicherung (bKV) der Allianz beispielsweise gibt es dazu den neuen Tarifbaustein „VorsorgeExtra“. Diese Versicherung übernimmt bei starkem beruflichen Stress, Ängsten oder Erschöpfungszuständen, aber auch bei privaten Problemen einmal pro Jahr die Kosten für ein dreimonatiges, vertrauliches telefonisches Coaching durch einen Spezialisten. Zusätzlich werden von diesem Tarif präventive Gesundheitskurse und Impfungen bezuschusst.

Telefonische Betreuung erwünscht

Wenn es um konkrete Hilfen geht, sehen Arbeitnehmer im Übrigen bei Stress im Job einen Psychologen nur bedingt als Anlaufstelle. 57 Prozent können sich der Umfrage zufolge nicht vorstellen, einen persönlichen Termin zu vereinbaren. Deutlich niedriger ist die Hemmschwelle bei einer psychologischen Telefonbetreuung: 68 Prozent halten ein solches Angebot für hilfreich.